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Richtig handeln bei einer Unterzuckerung (Hypoglykämie)



Tritt bei Diabetes mellitus eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) auf, ist schnelles Handeln notwendig. Leichte Unterzuckerungen kann ein Diabetiker selbst behandeln, bei einer schweren Unterzuckerung ist er auf fremde Hilfe angewiesen.

Leichte Unterzuckerung – was tun?

Wenn Sie als Diabetiker Symptome einer Hypoglykämie wie Zittern, Schweißausbrüche, Herzklopfen oder Heißhunger verspüren, sollten Sie umgehend Kohlenhydrate zu sich nehmen – zum Beispiel:
  • sechs Blättchen Traubenzucker oder
  • 120 Milliliter Fruchtsaft oder Cola oder
  • acht Stück Würfelzucker
Haben Sie nichts davon zur Hand, können Sie auch Süßigkeiten essen. Schokolade ist bei einer Hypoglykämie allerdings ungeeignet, da sie wegen des enthaltenen Fettes zu langsam wirkt. Grundsätzlich führen in Flüssigkeit gelöste Kohlenhydrate zu einem rascheren Blutzuckeranstieg als feste Nahrungsmittel. Setzen oder legen Sie sich hin und warten Sie, bis die Hypoglykämie nach einigen Minuten abgeklungen ist. Messen Sie dann Ihren Blutzucker. Zur Stabilisierung des Blutzuckers können Sie anschließend Obst oder Brot zu sich nehmen.

Schwere Unterzuckerung – was tun?

Das Risiko, dass sich aus einer leichten eine schwere Unterzuckerung entwickelt, ist groß. Bei einer schweren Unterzuckerung sind Sie selbst nicht mehr in der Lage, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, und daher auf die Hilfe anderer angewiesen. Bei einer schweren Unterzuckerung sollte sofort der Notarzt informiert werden, der dann Glukose intravenös verabreicht und gegebenenfalls die Einweisung in eine Klinik veranlasst.

Wie Sie als Angehöriger bei einer schweren Unterzuckerung handeln sollten:

Tritt eine schwere Unterzuckerung auf, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:
  • Verständigen Sie sofort den Notarzt.
  • Geben Sie dem Betroffenen Traubenzucker oder Fruchtsaft, bevor er bewusstlos wird.
  • Ist der Betroffene bewusstlos, machen Sie die Atemwege frei und bringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, bei Bewusstlosigkeit zuckerhaltige Getränke einzuflößen.
  • Wenn Glucagon zur Verfügung steht, sollten Sie ein Milligramm davon spritzen. Dabei sollten Sie sich vorher schon einmal mit der Glucagon-Spritze vertraut gemacht haben.
Wie wird Glucagon gespritzt?

Mit Glucagon (auch Glukagon) lässt sich eine schwere Unterzuckerung in der Regel schnell beheben, denn es führt zu einer schnellen Freisetzung von Zucker aus der Leber. Glucagon muss von einem Arzt verordnet werden und ist im Kühlschrank zu lagern. Pulver und Lösemittel (Wasser) werden getrennt aufbewahrt und sind so maximal drei Jahre haltbar. Es gibt auch Sets, die mit einer Fertigspritze ausgerüstet sind und bei Zimmertemperatur bis zu 18 Monate gelagert werden können. Bitte beachten Sie in jedem Fall das Haltbarkeitsdatum und die Lagerungshinweise.   Glucagon wird (wie Insulin) in das Unterhautfettgewebe oder in einen Muskel – zum Beispiel in den seitlichen Oberschenkelmuskel – gespritzt. Nach dem Erwachen sollte der Betroffene sofort Kohlenhydrate – am besten in flüssiger Form – zu sich nehmen, um die Zuckervorräte des Körpers wieder zu ergänzen. Andernfalls kann es nach einer kurzen beschwerdefreien Zeit zu einem Rückfall in die Hypoglykämie kommen.

Was können Sie vorbeugend tun?
  • für den Notfall immer Traubenzucker griffbereit haben
  • regelmäßig den Blutzucker messen
  • die Insulin- oder Tablettendosis möglichst optimal anpassen
  • in Absprache mit dem behandelnden Arzt gegebenenfalls Zwischenmahlzeiten einführen, um starke Schwankungen der Blutzuckerwerte zu vermeiden
  • vor dem Sport die Insulindosis und Nahrungsaufnahme anpassen
  • als insulinbehandelter Diabetiker immer eine Glucagon-Spritze bei sich tragen und auch auf Reisen mitnehmen.

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