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Selbstmordgefahr bei Depressionen



Depressive Menschen werden oft von Gedanken der Sinnlosigkeit, des Lebensüberdrusses und der Leere gequält. Der Selbstmord erscheint dann oft als letzter Ausweg. Gerade bei depressiven Menschen besteht ein hohes Selbsttötungsrisiko. Vom ersten Gedanken an den Selbstmord bis zur Durchführung können viele Monate oder nur wenige Stunden vergehen.

Frau mit Depressionen © Thinkstock
Ohne Behandlung begehen etwa zehn bis 15 Prozent der Patienten Selbstmord. Die Zahl der Suizide ist in Deutschland rückläufig. Lag sie im Jahr 1980 noch bei über 18.000, nahmen sich 2006 knapp 10.000 Menschen das Leben. Mit einer hohen Dunkelziffer muss allerdings gerechnet werden, die tatsächliche Zahl der Suizide liegt wahrscheinlich höher.

Im Gegensatz zur Depression an sich, von der mehr Frauen als Männer betroffen sind, ist der Suizid bei den Männern häufiger. Von den 12.265 Suiziden, die 1997 in Deutschland begangen wurden, wurden mehr als 70 Prozent von Männern und nur knapp 30 Prozent von Frauen durchgeführt. Auch in allen anderen Ländern Europas ist die Suizidrate bei Männern höher als bei Frauen. In den letzten zehn Jahren ist in mehreren Ländern ein Anstieg der Selbstmorde vor allem bei jungen Männern zu verzeichnen. Insgesamt gesehen tragen allerdings ältere Männer das höhere Risiko für Selbstmorde. Dagegen ist das Suizidversuchsrisiko bei Frauen in jungen Jahren am höchsten.

Auch das soziale Umfeld beeinflusst die Zahl der Selbstmorde. So sind Suizidversuche in städtischen Gebieten häufiger als in ländlichen. Nach einer WHO-Studie werden 70 Prozent aller Suizidversuche in Städten unternommen, obwohl weltweit nur etwa 50 Prozent der Bevölkerung in Städten lebt.

Suizidversuch

Die Zahl ernsthafter Suizidversuche liegt um das 10- bis 15-fache höher als die der vollzogenen Selbstmorde. Bis zu 56 Prozent der Patienten mit Depressionen begehen in ihrem Leben einen Suizidversuch. Umgekehrt besteht bei der Mehrheit der Patienten, die Selbstmord begehen, ein depressives Syndrom. Depression und Suizidalität sind also sich überlappende Bereiche. Frauen begehen zwar seltener Selbstmord, die Zahl der Suizidversuche liegt bei ihnen aber höher. Die Zahl der Suizidversuche wird nicht offiziell erfasst, es gibt aber Schätzungen, nach denen über 60 Prozent der Suizidversuche von Frauen verübt werden. Die höchste Suizidversuchsrate wurde bei 15- bis 19-jährigen Frauen festgestellt.

Suizid und Antidepressiva

Antidepressiva, Mittel zur Behandlung der Depression, können innerhalb weniger Wochen ein Abklingen der depressiven Beschwerden bewirken. Dennoch ist bei suizidgefährdeten Patienten oft eine stationäre Behandlungseinleitung notwendig. Suizidgedanken kommen bei schweren Depressionen häufiger vor. Allerdings wird die Ausführung eines Selbstmords meist durch die Antriebshemmung im Rahmen der Depression verhindert. Wird nun diese Antriebshemmung in der Anfangsphase einer Therapie mit Antidepressiva aufgehoben ohne zunächst die depressiven Gedanken zu bessern, besteht die Gefahr, dass der geplante Selbstmord durchgeführt wird. Es ist deshalb wichtig, dass ein geeignetes Medikament eingesetzt und der Patient umfassend betreut wird.

Im Notfall

Selbstmordgedanken kommen oft auf, wenn Menschen mit Depressionen alleine sind. Für diese Fälle gibt es verschiedene Anlaufstellen und Ansprechpartner, die in der Not helfen können. Die Telefonseelsorge bietet beispielsweise telefonisch und im Internet Erste Hilfe für Notsituationen an:

TelefonSeelsorge Deutschland
Tel.: 0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222
bundesweit · 24h/Tag · anonym · gebührenfrei

Kinder- und Jugendtelefon
bundesweit wochentags von 15 bis 19 Uhr
Tel.: 0800-111 0 333

Telefonseelsorgestellen in Deutschland

Telefonseelsorge Österreich

Telefonseelsorge Schweiz

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