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Die Therapie der Magersucht



Die Behandlung von Magersucht (Anorexia nervosa) ist oft ein langer Weg. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die Bereitschaft der Betroffenen.

Bereitschaft zur Therapie

Erste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung der Magersucht (Anorexiea nervosa) ist die Bereitschaft zur Therapie. Magersüchtige müssen ihr Verhalten als Krankheit erkennen, Hilfe annehmen und den Weg zu seelischer und körperlicher Gesundheit gehen wollen. Denn wenn sie nicht selbst etwas ändern wollen, ist jede Therapie sinnlos. An dieser Stelle können Betroffene unterstützt werden, wenn sie erkennen, weshalb sie eine Magersucht entwickelt haben. Häufig dient das Hungern dazu, eine emotionale Balance herzustellen. Es hilft Betroffenen, eine Änderungsbereitschaft zu entwickeln, wenn sie die Gefühle und Ereignisse identifizieren, die diese Balance stören.

Körperliche Stabilisierung und Normalisierung der Kalorienaufnahme

Befindet sich das Gewicht unter einem BMI (Body-Mass-Index) von 14 kg/m², so umfasst die Behandlung der Anorexie zunächst die körperliche Stabilisierung, bevor man sich mit den zugrunde liegenden Konflikten und dem verzerrten Körperbild beschäftigen kann. Die Therapie beinhaltet Maßnahmen zur Gewichtsnormalisierung (kontrollierte Nahrungszufuhr und Gewichtszunahme) und reguliert körperliche Komplikationen, wie zum Beispiel eine Störung des Elektrolythaushalts. Grundsätzlich erfolgen Gewichtsstabilisierung und Bearbeitung der psychischen Konflikte parallel. Das kann die Therapiemotivation der Betroffenen erheblich steigern. Zusätzlich werden Informationen zu gesundem Essverhalten vermittelt.

Psychotherapie: Stärkung von Autonomie und Selbstbewusstsein

In einem langen psychotherapeutischen Prozess werden psychosoziale Konflikte, wie ein geringer Selbstwert, das starke Bedürfnis nach Kontrolle sowie extremes Leistungs- und Perfektionsstreben aufgearbeitet und die Auseinandersetzung mit dem gestörten Körperbild gefördert.

Wichtig für die Betroffenen ist es auch, sich mit anderen Betroffenen über ihre Wahrnehmungen und Erfahrungen auszutauschen, beispielsweise in Selbsthilfegruppen oder in Gruppensitzungen. Nicht zuletzt ist die altersgemäße soziale und berufliche Integration wesentliches Therapieziel.

Insbesondere bei jungen Menschen mit Magersucht ist eine Einbeziehung und gegebenenfalls Unterstützung der Familie durch Familiengespräche oder durch eine Familientherapie erforderlich.

Therapievertrag
Für eine erfolgreiche Therapie ist das Erreichen und Halten eines Zielgewichts wesentlich. Dieses Gewicht wird zu Beginn der Behandlung in einem Therapievertrag gemeinsam mit dem Magersüchtigen schriftlich festgelegt. Neben dem Zielgewicht werden die wöchentliche Gewichtszunahme und Gewichtskontrollen vereinbart. Ein wichtiger Bestandteil sind aber auch die zu vereinbarenden Konsequenzen, falls Ziele verfehlt werden: zum Beispiel kein Sport, kein Ausgang, kein Fernsehen, kein Handy oder die Einweisung in die Klinik, wenn eine kritische Gewichtsgrenze unterschritten wird. Dies verdeutlicht noch einmal, wie schwierig es für Betroffene ist, aus dem Teufelskreis der Erkrankung auszubrechen.

Autoren und Quellen
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