Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.

Medikamentensucht und Medikamentenmissbrauch



Medikamentenmissbrauch und Medikamentensucht (beziehungsweise Medikamentenabhängigkeit) sind zwei Begriffe, die fälschlicherweise oft synonym verwendet werden. Der gravierende Unterschied liegt in der körperlichen und psychischen Abhängigkeit – bei Medikamentenabhängigkeit treten sie auf, bei Medikamentenmissbrauch dagegen nicht.

Frau mit Tabletten in der Hand © Thinkstock
Es gibt zum einen Substanzen, die eine – sowohl körperliche als auch psychische – Abhängigkeit verursachen (Medikamentensucht). Zum anderen gibt es Stoffe, die missbraucht werden – diese lösen zwar keine Abhängigkeit aus, können aber körperliche Schäden hervorrufen (Medikamentenmissbrauch). Eine Medikamentenabhängigkeit – also die Sucht nach einem bestimmten Medikament – kann der Patient wegen der auftretenden Entzugserscheinungen meist nicht selbst bewältigen. Dafür ist in der Regel eine stationäre Behandlung notwendig.

Häufige Ursachen: Überdosierung oder zu lange Einnahme

Medikamentensucht oder Medikamentenmissbrauch entstehen, wenn Medikamente, die eigentlich dazu da sind, um Krankheiten zu heilen oder Symptome von Erkrankungen zu lindern, falsch angewandt werden. Dies geschieht meist dann, wenn die Arzneimittel überdosiert, oder zu lange eingenommen werden.

Medikamentensucht: körperliche und psychische Abhängigkeit

Bei Medikamentensucht kommt es sowohl zu einer körperlichen als psychischen Abhängigkeit. Körperliche Abhängigkeit macht sich dadurch bemerkbar, dass Symptome wie Unruhe oder Zittern auftreten, wenn der entsprechende Wirkstoff dem Organismus nicht in regelmäßigen Abständen nachgeliefert wird. Der Betroffene entwickelt eine Toleranz – das heißt, er muss immer höhere Dosen eines Arzneimittels einnehmen, um eine Wirkung zu erzielen. Bei abruptem Absetzen des Medikaments kann sich eine Entzugssymptomatik einstellen.

Die psychische Abhängigkeit kommt dadurch zustande, dass mithilfe des Medikaments versucht wird, das eigene Wohlbefinden zu steigern und reale Probleme zu umgehen. Bei den Betroffenen entsteht ein Gefühl der Notwendigkeit, diesen Zustand kontinuierlich aufrecht zu erhalten, da sie glauben, sonst ihr Leben und ihren Alltag nicht mehr bewältigen zu können. Es kommt zu einem unbezwingbaren Verlangen nach dem Medikament, Kontrollverlust, Interessenverlust und sozialer Verarmung.

Häufigstes Suchtmittel: Schlaftabletten

Die meisten Menschen mit einer Arzneimittelsucht sind von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig. Häufig sind ältere Menschen betroffen.

Auch bestimmte Schmerzmittel sind eine Medikamentengruppe mit einem hohen Sucht- und Missbrauchspotenzial. Schmerzmittel wie Opium und seine Abkömmlinge unterliegen wegen ihres Suchtpotenzials dem Betäubungsmittelgesetz und sind deshalb nicht frei zugänglich. Aber auch freiverkäufliche Schmerzmittel werden oft missbräuchlich angewandt – nicht ohne Gefahr. Vielen ist dies allerdings gar nicht bewusst, da der Gebrauch von Schmerzmitteln sehr verbreitet ist. Aber auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift!

Die Vorstellung, das Suchtmittel nicht zur Verfügung zu haben, löst bei den Betroffenen meist Angst aus. Daher ist ein „Aufhören“ ohne professionelle Hilfe in vielen Fällen nicht möglich. Wer sich aber dazu durchgerungen hat, benötigt oft auch noch aus anderen Gründen ärztlichen Beistand: Bei ausgeprägter Medikamentensucht kann es zu gravierenden Entzugserscheinungen wie Angstattacken, Schlafstörungen, Kreislaufzusammenbrüchen und Psychosen kommen.

Mehr über Medikamentensucht im Alter erfahren Sie hier.
Hier erfahren Sie mehr zum Thema Abführmittelmissbrauch.
Autoren und Quellen
Weiterführende Themen