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Vorzeitige Wehen in der Schwangerschaft



Zu Wehen kann es schon lange vor der Geburt kommen – die sogenannten Schwangerschaftswehen sind oft schon ab dem vierten Monat spürbar und gehören zu einer Schwangerschaft dazu. Erst handelt es sich dabei um Übungswehen, in den letzten Wochen vor der Geburt um Vorwehen. Sie sind in der Regel schmerzlos und treten unregelmäßig auf. Vorsicht ist jedoch bei vorzeitigen Wehen geboten, die in eine Frühgeburt münden können.


Schwangere Frau hat vorzeitige Wehen © iStock
Von vorzeitigen Wehen spricht man, wenn es vor dem errechneten Geburtstermin zu Wehen kommt, die den Muttermund öffnen. Viele Experten sind der Auffassung, dass Wehen nach der 34. Woche nicht mehr aufgehalten werden sollten. Der Geburtstermin ist dann zwar zu früh – wenn das Kind sich aber normal entwickelt hat, sind Komplikationen heutzutage nicht mehr zu erwarten – vor allem, wenn in einer speziell für Frühgeborene ausgestatteten Klinik entbunden wird.

Ursachen vorzeitiger Wehen

Zu vorzeitigen Wehen kann es ganz unerwartet kommen. Als mögliche Ursache kommt jedoch infrage, dass die Gebärmutter auf Dauerstress und körperliche oder seelische Überlastung mit dem vorzeitigen Einsatz der Wehen reagiert.

Auch bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit von vorzeitigen Wehen und Frühgeburt: Eine weitverbreitete Befürchtung trifft jedoch nicht zu: Sex löst keine vorzeitigen Wehen aus. Wenn aber aus anderen Gründen vorzeitige Wehen eingetreten sind, so sollte von Geschlechtsverkehr abgesehen werden, da die mechanische Reizung und die Prostaglandine aus dem Sperma die Wehentätigkeit verstärken können.

Symptome vorzeitiger Wehen

Vorzeitige Wehen unterscheiden sich von Schwangerschaftswehen darin, dass sie
  • länger als 25 Sekunden andauern
  • mehr als fünfmal in der Stunde beziehungsweise mehr als dreimal in 30 Minuten auftreten
  • mit jeder Wehe an Intensität zunehmen
Wenn Sie diese Symptome bemerken, sollten Sie Kontakt mit Ihrem Arzt aufnehmen. Dasselbe gilt bei Anzeichen eines Blasensprungs – also wässrigem oder blutig-wässrigem Ausfluss.

Therapie bei vorzeitigen Wehen

Wenn die Wehen zu früh eingesetzt haben, entscheidet der Arzt individuell, welche Maßnahmen getroffen werden, um eine Frühgeburt zu verhindern. Strikte Bettruhe wird in der aktuellen Leitlinie – im Gegensatz zu früher – meist nicht mehr empfohlen. 

In jedem Fall sollten Sie auf sich achten. Finden Sie zu Hause nicht die nötige Entspannung oder waren die vorzeitigen Wehen sehr stark, sollten Sie sich in eine Klinik begeben. Möglicherweise verschreibt man Ihnen ein hoch dosiertes Präparat mit Magnesium, um die Muskelkontraktionen der Gebärmutter zu lösen. Auch Wehenhemmer entspannen die Gebärmutter.

Sind die Wehen zum Stillstand gekommen, sind weiterhin Ruhe und Schonung wichtig. Körperliches Arbeiten, Anstrengung und Stress sind tabu. Sicherheitshalber sollten Sie auch mit dem Geschlechtsverkehr warten, bis Sie das Ende der 37. Woche erreicht haben.

Falls eine Erkrankung – beispielsweise eine Scheideninfektion mit Chlamydien – die eigentliche Ursache für die vorzeitigen Wehen war, muss diese ärztlich behandelt werden.

Keine Bettruhe mehr
Um bei vorzeitigen Wehen eine Frühgeburt zu verhindern, war die bisherige Empfehlung: strike Bettruhe. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass sie meist keine Auswirkung darauf hat, ob es zu einer Frühgeburt kommt oder nicht. Die verordnete Bettruhe kann sich sogar negativ auswirken. Beispielsweise steigt durch die mangelnde Bewegung der Mutter ihr Thromboserisiko. In Einzellfällen kann Bettruhe allerdings trotzdem sinnvoll sein. Ob Bettruhe eingehalten werden muss und welche Therapie die richtige ist, muss der Arzt daher individuell entscheiden.

Vorzeitigen Wehen vorbeugen

Normalerweise muss sich eine werdende Mutter nicht ständig schonen. Wenn es jedoch in einer vorangegangenen Schwangerschaft schon einmal zu Komplikationen gekommen ist oder eines der genannten Risiken für vorzeitige Wehen auf Sie zutrifft, sollten Sie Aufregung und Anstrengungen vermeiden.


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